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Priming

Psychologie: Was ist Priming?

Priming Psychologie DefinitionDer etwas sperrige Begriff Priming bezeichnet in der Psychologie die (subtile) Beeinflussung unseres Denkens. Die Wirkung des Primens ist jedoch so stark, dass sie unsere Reaktion auf einen Reiz oder gar unser anschließendes Verhalten, ja sogar unseren Gemütszustand massiv verändern kann. Vor allem dann, wenn das Priming unbewusst geschieht.

Ursprünglich kommt das Priming aus der Ecke des Neurolinguistischen Programmierens, kurz NLP und ist als Methode nicht unumstritten, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich oft.

Tatsache ist, dass unser Verhalten, unsere Gedanken und Gefühle nicht aus dem Nichts heraus geschehen, sondern durch einen Kontext erzeugt und gelenkt werden. Oder anders formuliert: Wir reagieren im Wortsinn – und zwar auf Vorheriges. Nur ist uns diese Verbindung zwischen Reiz und Reaktion nur selten bewusst.

Sehr schön erklärt wird das in diesem Video:


 

Priming Arten

 

  • Semantisches Priming

    Diese Form kennen Sie bereits – sie ist der Klassiker. Hierbei werden mithilfe von Worten oder Wortfeldern begriffliche Assoziationen aktiviert, um anschließend die Meinungen oder Verhaltensweisen zu verändern.

  • Response Priming

    Hierbei folgen unterschiedliche Reize sehr schnell aufeinander, auf die die Betroffenen sofort reagieren müssen. Auch dabei werden sie geprimt, jedoch kaum noch bewusst wahrnehmbar.

    Das Lehrbuch-Beispiel hierfür ist eine typische Fragenkaskade mit suggestiver Wirkung:

    Welche Farbe hat Schnee?
    „Weiß.“
    Welche Farbe hat die Wand?
    „Weiß.“
    Welche Farbe haben Wolken?
    „Weiß.“
    Was trinkt die Kuh?
    „Milch.“ (Falsch!)

  • Medien Priming

    Die verbreitetste Form des Primings – auch bekannt als Filterblase. Durch die Auswahl unserer Informationsquellen oder durch die permanente Wiederholung derselben Botschaften in den Massenmedien, werden unsere Einstellung, unser Weltbild und unser Verhalten verändert.

  • Affektives Priming

    Hierbei geht es vor allem um die Aktivierung von Gefühlszuständen. In diesem Fall wecken beispielsweise Musik oder Bilder starke emotionale Erinnerungen, deren „primenden“ Reiz wir anschließend auf eine davon eigentlich unabhängige Situation übertragen.

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